Übersicht 2021 Online -

Kongress & Symposiums-Programm

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Stand: 04.09.2021

ACHTUNG!
Am Donnerstag, 23.09.2021 sind innerhalb von Stream 1 und
am Freitag, 24.09.2021 innerhalb von Stream 2
Vorträge aus organisatorischen Gründen getauscht worden!

Vom 23.-25. September 2021 freuen wir uns, Sie auf 2 Schienen parallel, mit insgesamt 36 Vorträgen, online zu begrüßen. Sie haben die Möglichkeit Tages-, 2-Tages- oder 3-Tagestickets zu buchen.

Unsere Vorträge

mit kurzen Abstracts

Cornelia Kastaun

IBCLC

Das Konzept  „Familienfreundliche Geburtshilfe von Anfang an“ beinhaltet die Stillbegleitung und Stillförderung während der gesamten Stillzeit. Unsere offenen Stillgruppen und unsere telefonische Stillhotline stehen allen Frauen (auch aus anderen Entbindungskliniken) für Fragen rund um Stillen und das Leben mit dem Neugeborenen zur Verfügung.

Für Fragen die sich nicht in den Gruppen klären lassen, oder einer ausführlichen Beratung bedürfen, bieten wir seit 2017 eine kostenpflichtige Stillambulanz an.

Aufgaben der Stillambulanz, Finanzierung, personelle und räumliche Ausstattung, Fallbeispiele…

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Gabriele Wellano

IBCLC

Bei der ambulanten Entbindung erleben die Eltern das Wochenbett von den ersten Momenten in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld. Auch für uns Hebammen bedeutet dies, Betreuung von der ersten Minute. Intensiv, verantwortungsvoll, spontan & individuell.

Wie erleben Eltern diese erste Zeit? Was bedeutet dies für mich als Hebamme, auf die Klinik zu verzichten? Was macht ambulantes Entbinden mit dem Stillstart und der Gewichtsentwicklung beim Kind? Und wo sind eigentlich die Grenzen bei diesem Modell?

Eine mögliche Anleitung, wie ich als Hebamme vorgehen kann, um ein gutes und sicheres Modell zu verwirklichen.

Ein Jahr im Rückblick: von der Planung bis zum letzten Hausbesuch.

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Dr. Maike Manz

MHBA, IBCLC

Mit Beginn des ersten Lockdowns begannen landesweit die Besuchseinschränkungen für Väter sowie die strikten Besuchsverbote für Geschwisterkinder und andere Besucher auf geburtshilflichen Stationen.

In den Kliniken fiel unter diesen Bedingungen auf, dass die Wöchnerinnen in dieser veränderten Situation oft ruhigerere stationäre Wochenbettzeiten erlebten und auch ungestörter ins Stillen fanden.

Diese Beobachtung veranlasste uns, sowohl Wöchnerinnen mit- als auch ohne vorhergehende Wochenbetterfahrungen sowie geburtshilfliches Personal (Pflege, Hebammen, ÄrztInnen) mittels eines jeweils standardisierten Erhebungsbogens sowie mit der Möglichkeit zu Freitexteingaben nach ihren Erfahrungen und Meinungen zu fragen.

Wie diese Antworten ausgefallen sind und welche Ideen zur Umsetzung veränderter Stationsmodelle an den beiden großen Level 1 Häusern St. Georg Leipzig und Klinikum Darmstadt GmbH entstanden sind, werden wir in unserem Vortrag mit Ihnen diskutieren

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Katrin Bautsch

IBCLC, EFNB

Susanne Klinge

Gynäkologin, IBCLC

Praktisches Vorgehen, Übersicht zur wissenschaftlichen Datenlage, Fallbeispiel.

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Erika Nehlsen

IBCLC, EFNB

Wie jedes Mal zum Kongress stellt Erika Nehlsen Neuigkeiten im Bereich B.E.St aus der Forschung der letzten Jahre vor.

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Dr. Friedrich Porz

Neonatologe

Die psychosoziale Begleitung der Eltern von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen ist ein wichtiger Teilbereich der entwicklungsfördernden Betreuung dieser Kinder. Die Eltern sind häufig hoch belastet durch die frühe Geburt und die dadurch sich ergebenden Therapien sowie den langen Krankenhausaufenthalt. Ungünstige psychosoziale Bedingungen verstärken diese Belastungen zusätzlich. Eine weitere Stressbelastung ist der Übergang von der Klinik nach Hause. Hier bedarf es einer guten Begleitung und Nachsorge wie sie beispielhaft nach dem Modell „Bunter Kreis“ mit der sozialmedizinischen Nachsorge ermöglicht wird.

Die Ergebnisse zahlreicher internationaler Studien wie auch der eigenen Studie zur sozialmedizinischen Nachsorge zeigen, dass eine frühe, schon in der Klinik beginnende und über die Entlassung ins häusliche Umfeld reichende Begleitung für Eltern von Frühgeborenen oder kranken Neugeborenen die Belastung der Familien reduziert. Diese Entlastung der Mütter und die in der Begleitung während des stationären Aufenthalts vermittelten Hilfen zur Interaktionsförderung bewirkten eine deutliche Verbesserung der Mutter-Kind-Interaktion in der Interventionsgruppe, aber auch eine bessere emotionale Regulation der Kinder

Psychosoziale Beratungs- und Begleitungsangebote sind Bestandteil der Qualitätssicherung, tragen zur Steigerung der Patienten- und Elternzufriedenheit bei, sind sozioökonomisch sinnvoll und helfen, das Outcome der Kinder zu verbessern.

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Kathrin Herold

mit Familie Maxam

Im Vortrag werden wir die Stillgeschichte von Lukas, geboren mit dem Down-Syndrom, und seinen Eltern vorstellen. Ich bin als Stillberaterin in die Familie gekommen und habe ihnen konkret das Brusternährungsset gezeigt und angeraten. Alle Schwierig- und Widrigkeiten kommen dabei zum tragen aber auch wie die Familie gekämpft hat, welche Unterstützung hilfreich war, welche nicht und welche Auswirkungen dies bis heute hat…
Die Eltern haben ein Tagebuch verfasst, individuelle Perzentilkurven geführt und waren mutig, ihren eigenen Weg zu gehen…
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Dr. Maren Mittelhammer

Zahnärztin

Die gesundheitlichen Vorteile des Stillens für Mutter und Kind sind seit langer Zeit bekannt. Interdisziplinär herrscht jedoch vor Allem Uneinigkeit. Regelmäßig widersprechen sich Kinderärzte und Zahnärzte in ihren Empfehlungen und Aussagen bezüglich Zahnpflege, Ernährung und Fluoridsupplementierung. Zumindest zur Fluoridgabe greift seit Neuestem nun eine einheitliche Empfehlung.

Fördert Stillen tatsächlich das Risiko einer frühkindlichen Karies? Was sind die Ursachen für Karies im Kleinkindalter, wie kann man effektiv vorbeugen und was ist zu tun, wenn es tatsächlich zu einer Erkrankung kommt? Wie können StillberaterInnen, StillspezialistInnen, IBCLCs und Hebammen betroffenen Familien weiterhelfen?

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Dr. Maren Mittelhammer

Zahnärztin

Seit einigen Jahren werden in der zahnärztlichen bzw. chirurgischen Praxis vermehrt zu kurze Zungenbänder therapiert. Häufig erfolgen die Überweisungen aufgrund von Stillproblemen im Neugeborenenalter. Der vermeintlich erlösende Schnitt wird gesetzt, aber das Stillproblem besteht weiter – leider kein seltenes Szenario.

Wann ist ein Zungenband zu kurz, was sind die Therapieoptionen, gibt es Alternativen zum chirurgischen Vorgehen und welche Aufgaben haben Zahnärzte, Hebammen und StillberaterInnen in diesem Kontext?

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Dr. rer. medic. Nicole Hübl

Logopädin

Stillen ist ohne Wenn und Aber die optimale Form der Ernährung für alle Säuglinge und Frühgeborenen. Auf der Neonatologie werden Frühgeborene jedoch – aus unterschiedlichen Gründen- trotzdem häufig für eine kurze oder längere Phase ausschließlich oder zusätzlich zum Stillen mit einer Flasche gefüttert. Falls auf der Neonatologie mit der Flasche gefüttert wird, sollte dies unbedingt mit einem signalorientierten und co-reguliertem Fütteransatz erfolgen. Dabei spielen die Positionierung in erhöhter Seitenlage sowie der Einsatz von Füttertechniken eine große Rolle. An der Uniklinik Düsseldorf wurden objektive Messungen der Atem- Saug- und Schluckkoordination von Säuglingen (Stillen vs. Flasche) und Frühgeborenen (erhöhte Seitenlage vs. Rückenlage, Anwendung von Füttertechniken) durch eine kutane Messung mit einem kombinierten EMG und Bioimpedanzsignal durchgeführt. Ergebnisse dieser Studien und die Bedeutung für den klinischen (Fütter)- Alltag der neonatologischen Station werden im Vortrag vorgestellt.

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Dr. Wolf Lütje

Gynäkologe

Bei Notfällen während der Geburt denken wir fast nur an biologische Unfälle.
Dabei kommt der psychologische Notfall fast ebenso häufig vor.
Insbesondere ängstliche und (gewalt-)traumatisierte Frauen gilt es im Vorfeld zu erkennen, zu coachen, ggf zu therapieren. Zudem muss die Geburt mit allen möglichen Szenarien antizipiert werden.
No Go`s sind festzulegen, Trigger zu vermeiden, Ressourcen zu fördern.
Der Vortrag erklärt auch kasuistisch das Prinzip der Geburtsvorbesprechung, verbale Interventionstechniken und den Einsatz von Medikamenten.

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Birgitt Moed

Kinderphysiotherapeutin

In diesem Vortrag geht es um die vielfältigen Aufgaben der Physiotherapie auf den neonatologischen Stationen.
Es werden therapeutische Maßnahmen gezeigt, die bei den kleinen Patienten in verschiedenen Situationen angewandt werden.
Anhand von kleinen Fallbeispielen werden unterschiedliche Wirkweisen diverser Maßnahmen dargestellt.
Es werden Anregungen und Ideen für den eigenen Stationsalltag vermittelt.

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Dr. Andrea Hocke

Gynäkologin

Die meisten psychischen Störungen beginnen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, also in einer Lebensphase, in der sich Frauen mit der Frage der Familienplanung auseinandersetzen. Oft ist eine Medikamenteneinnahme erforderlich, um die psychische Stabilität zu gewährleisten. Dies ist auch in den meisten Fällen in der Schwangerschaft unter einer Nutzen-Risiko-Abwägung möglich. Frauen erfahren oft große Unsicherheiten von allen Seiten bezüglich der Therapie psychischer Störungen in der Schwangerschaft. Im Vortrag wird das „Bonner Modell“ der Betreuung dieser Patientinnengruppe vorgestellt. Neben der Begleitung und der Beratung bezüglich der Auswirkungen der psychischen Störung in der Peripartalzeit stehen hier die Aufklärungen über zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten im Vordergrund.

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Agnes Maier

Poetry Slammerin

  • “Let´s talk about, how we talk about sex, baby”
  • “Über Brüste”
  • „Komfortzone“
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Ina Charlotte Waterstradt

MSc, IBCLC

Die Prävalenz des Gestationsdiabetes in Deutschland lag 2019 bei 8,58%. Das Risiko mit einem Gestationsdiabetes einen Diabetes Typ II zu entwickeln ist im Vergleich zu stoffwechselgesunden Frauen erhöht. Die metabolischen Veränderungen des Stoffwechsels während der Stillzeit wirken sich protektiv auf die Entwicklung eines Diabetes Typ II aus. Im Vergleich zum Nichtstillen sinkt bei einer Stilldauer von sechs Monaten das potentielle Risiko nach einem Gestationsdiabetes einen Diabetes Typ II zu entwickeln. Um die Versorgung der betroffenen Frauen zu verbessern, wurde im Rahmen eines Praxisentwicklungsprojekts eine Elternschulung konzipiert. Neben Informationen zum Stillbeginn wird die Möglichkeit und Technik der antepartalen Kolostrumgewinnung angesprochen.

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Brigitte Neumann

Diplom-Ökotrophologin

Was ist DER Vorteil des Stillens für die einzelne Frau in ihrer Situation? Wie kann sie für sich entdecken, dass Stillen die bessere Alternative für sie und ihr Kind ist.?

Mit MI oder in deutscher Sprache „Motivierender Gesprächsführung“ kann in komplexen und komplizierten Situationen die Bereitschaft für das Stillen geweckt, gefördert und gefestigt werden. Sie wird getragen von einer Haltung des zielgerichteten Kommunizierens auf Augenhöhe und wendet bewährte Kommunikationstools an.  An Fallbeispielen wird die Anwendung von MI  praxisnah vorgestellt.

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Ingrid Kloster

IBCLC

In jüngster Zeit kommen mehr und mehr Klienten in die Stillberatungspraxis, denen von unterschiedlichsten Seiten eine Durchtrennung des Zungenbandes wegen Stillproblemen empfohlen wurde.

Es kommt auch häufig vor, dass eine Durchtrennung bereits erfolgte und das Stillproblem sich dadurch nicht besserte.

Wie kann ich als Stillberaterin erkennen, ob es sich tatsächlich um ein verkürztes Zungenband handelt?

Welche „Differentialdiagnosen“ sind zu berücksichtigen?

Die professionelle Stillberatung kann wirkungsvoll dazu beitragen, unnötige Eingriffe zu vermeiden.

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Dr. Juliane Junge-Hoffmeister

Dipl.-Psychologin

Nicht jede Schwangerschaft verläuft wunschgemäß. Ergeben sich in ihrem Verlauf Komplikationen, d.h. in der Regel besorgniserregende fetale Befunde, aber auch ausgeprägte psychische Belastungskonstellationen der Schwangeren bzw. Familie, steht schnell die Frage im Raum, ob die Schwangerschaft auch noch nach der 14. SSW abgebrochen werden kann und soll. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen nach §218a Abs. 2 SGB erlauben einen solchen Spätabbruch nur, wenn der Frau jetzt oder später Lebensgefahr oder schwerwiegende körperliche und/oder seelische Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes drohen. Gleichzeitig wird oftmals suggeriert, dass die fetale Diagnose ein hinreichender Grund für einen Spätabbruch sei.

Diese Konstellation führt die Frauen/Familien und auch die Beratenden in ein mehrfaches Dilemma. Entscheidungsleitend für die Eltern ist oftmals der (erwartete) Gesundheitszustand des Kindes und dessen postpartale Entwicklungsperspektive. Dies steht jedoch im Widerspruch zur Gesetzgebung, die eine fetale Indikationsstellung für den Abbruch ausschließt. Falls keine Lebensgefahr oder hochgradige medizinische Risiken für die Frau vorliegen – wie ist in einem einzelnen Beratungsgespräch bei oftmals bereits terminiertem stationären Eingriff die Wahrscheinlichkeit einer späteren schwerwiegenden psychischen Beeinträchtigung zu bewerten? In der Regel haben die Familien ja keine Erfahrung mit der Bewältigung einer solchen Situation und können ihre eigenen Entwicklungspotentiale kaum valide einschätzen. Dies gilt insbesondere, wenn sich die Frauen zunehmend erschöpft durch einen Reigen von Untersuchungen (von Ultraschall bis Chorionzottenbiopsie) gekämpft haben, die über die formale Diagnose hinaus im Ergebnis oftmals nur unklare Wahrscheinlichkeiten für spätere Entwicklungschancen des Kindes ergeben.

Ein Abbruch verspricht dann oftmals ein Ende des emotionalen Wechselspiels, berücksichtigt jedoch nicht immer die langfristigen Konsequenzen einer solchen Entscheidung gegen das Kind. Konfrontiert mit dem Wunsch oder sogar der Forderung des Paares an die beratende Person, die Indikation für den Abbruch zu stellen (dies zum Teil auch deutlich nach 24. SSW bei Notwendigkeit eines Infantizids), befindet diese sich in dem Dilemma, der Gesetzgebung entsprechen zu müssen und die Familie in ihrem emotionalen Ausnahmezustand dennoch gut zu begleiten und ggf. Räume in einem (fast) abgeschlossenen Entscheidungsprozess noch einmal aufzumachen. Eigene ethische Grenzen sind dabei ebenfalls zu berücksichtigen.

Der Vortrag vertieft die vielfältigen ethischen und emotionalen Aspekte im Beratungsprozess an Hand konkreter Fallbeispiele.

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Dr. Herbert Renz-Polster

Kinderarzt

Der Plötzliche Kindstod (SIDS) wird meist aus der Risikoperspektive betrachtet: Welche Risiken können dafür verantwortlich sein, dass ein Säugling den Schlaf nicht überlebt? Zuletzt hat sich der Blick der SIDS-Forschung auch auf die Schutz-Faktoren gerichtet: Könnte es sein, dass die Risikofaktoren ihre Macht vor allem dadurch entfalten, dass bestimmte Schutzfaktoren fehlen? Und wenn ja, welche könnten das sein?
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Dr. Herbert Renz-Polster

Kinderarzt

Eine Abplattung des posterioren Schädels wird heute bei jedem sechsten Säugling beobachtet. Dann heisst es: Das kommt von der Rückenlage. In Wirklichkeit aber ist der Zusammenhang nicht so einfach. Und viel spannender.
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Dr. Stefanie Rosin

IBCLC

Um das Recht von Kindern auf optimale Ernährung zu schützen, haben WHO und UNICEF im Jahr 2003 eine Globale Strategie für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern entwickelt. Die Welt-Still-Trends-Initiative (WBTi) ist ein Instrument zur Überwachung der Umsetzung dieser Globalen Strategie. Sie umfasst 15 Indikatoren, von denen sich zehn auf politische Maßnahmen und Programme und fünf auf Stillstatistik und Monitoring der Ernährungspraktiken beziehen. Bisher haben 18 WHO/EU-Mitgliedstaaten eine WBTi-Bewertung durchgeführt und einen Bericht erstellt.

Vom Juni 2018 bis Mai 2019 wurden alle 18 europäischen WBTi-Berichte von einer Gruppe nationaler WBTi-Koordinatoren sorgfältig erstellt und analysiert. Anhand von Häufigkeiten und Prozentsätzen wurde eine deskriptive Datenanalyse, einschließlich Ländervergleichen, durchgeführt. Dieser Vortrag fasst die Ergebnisse des WBTi-Europa-Berichts zusammen.

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Annegret Martin

Grad Dip Public Health

Die PIFI study ist eine Intervention und ein Forschungsprojekt mit dem Ziel die Stilldauer von Müttern zu erhöhen. 1400 Eltern wurden in sieben verschieden Geburtskliniken in Perth rekurriert, die zwei verschiedenen Interventionen waren an die erwartenden Väter gerichtet.

Väter haben eine ausschlaggebende Auswirkung auf das Stillverhalten ihres Partners, sie können ihren Partner stark beeinflussen, ob und wie lange sie ihr Baby stillen. Besonders bei Problemen und Schwierigkeiten, die sehr häufig bei stillenden Müttern auftreten, ist die Unterstützung und Hilfeleistungen des Partners ausschlaggebend, diese Probleme zu bewältigen.

Das Ziel unserer Interventionen war es Väter besser zu informieren und ihnen das Gefühl zu geben, mit einbezogen zu werden. In diesem Vortrag werden die PIFI Interventionen vorgestellt: Die App Milk Mann und einen Kurs für werdende Väter der von Vätern mit Stillerfahrung geleitet wird.

Die Einstellung zum Stillen wurden bis sechs Monate Postpartal mit der Infant Feeding Attitude Scale untersucht. Ich werde hier von unseren bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen berichten.

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Franziska Kasnitzer-Leitner

MSc, IBCLC

Die Ernährung eines Neugeborenen ist ein dyadischer, angeborener und intuitiver Prozess, welcher gute Interaktion voraussetzt und psychologisch gesehen das Fundament für Wachstum und Entwicklung darstellt. Frühgeborene und deren Eltern sind aufgrund unterschiedlicher Faktoren in diesem Kontext mit einer Reihe von Nachteilen konfrontiert. Die Umgebung einer neonatologischen Intensivstation, notwendige medizinische Prozeduren im Rahmen der Versorgung der Kinder, sowie psychische Belastungen der Eltern erschweren den Prozess der Interaktion zwischen Eltern und Kind. Häufige und ernst zu nehmende Komplikationen in diesem Zusammenhang stellen Fütterstörungen dar, welche gravierende Auswirkungen sowohl auf die Entwicklung des Kindes als auch auf die Eltern-Kind-Beziehung haben können.

Im Rahmen meiner Masterarbeit wurden anhand von wissenschaftlicher Literatur die Risikofaktoren für das biopsychosoziale Erklärungsmodell zur Genese von Fütterstörungen bei Frühgeborenen identifiziert. Um in Folge einen möglichen präventiven Ansatz, sowohl für das stationäre Setting, als auch für die Entlassung des Kindes aus dem Krankenhaus aufzuzeigen, welcher zu einer physiologischen Fütter- und Essentwicklung beitragen könnte.

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Dr. Anna-Kristin Brettschneider

Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftlerin

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Jennifer Hilger-Kolb

Ernährungswissenschaftlerin

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1)      Neugestaltung der Nationalen Stillkommission

(Dr. Jennifer Hilger-Kolb)

Die Nationale Stillkommission (NSK) wurde 1994 gegründet. Hauptaufgabe der NSK als wissenschaftliches Gremium ist es, das Stillen als erste Ernährung des Säuglings in Deutschland zu fördern. Die NSK berät die Bundesregierung sowie andere öffentliche Einrichtungen zum Thema Stillen und zur Beseitigung von Stillhindernissen. Das Gremium erarbeitet wissenschaftliche Stellungnahmen und Publikationen zu relevanten Fragestellungen auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz. Weiterhin im Fokus steht die Kooperation und der Wissensaustausch zum Stillen und zur Stillförderung mit medizinischen Fachgesellschaften, Berufsorganisationen und der Praxis. Seit April 2019 ist die NSK am neugegründeten Institut für Kinderernährung des Max Rubner-Instituts (MRI) in Karlsruhe angesiedelt. Im Rahmen des Vortrags wird ein Überblick zur Historie und den Aufgaben der NSK gegeben. Zudem wird der mit der Neuansiedlung einhergehende Transitionsprozess der NSK sowie die damit verbundenen Neuerungen (u.a. Etablierung einer kontinuierlichen Arbeitsgruppenstruktur) vorgestellt.

2)      Entwicklung und Umsetzung einer Nationalen Strategie zur Stillförderung

(Dr. Anna-Kristin Brettschneider)

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland stillfreundlicher zu machen und hat das Institut für Kinderernährung am Max Rubner-Institut (MRI) mit der Koordinierung der Entwicklung und Umsetzung einer Nationalen Strategie zur Stillförderung beauftragt. Übergeordnetes Ziel der Strategie ist es, die Rahmenbedingungen für das Stillen zu verbessern und die Stillmotivation in Deutschland vor allem bei Frauen zu erhöhen, die seltener und kürzer stillen als Vergleichsgruppen. Damit Stillförderung gelingen kann, muss in unterschiedlichen Bereichen angesetzt werden. Die wesentlichen Handlungsbereiche zur Stillförderung werden in sieben Strategiefeldern bearbeitet: Evidenzbasierte Leitlinien, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Präventions- und Versorgungsstrukturen, Kommunale Stillförderung, Stillen und Beruf, Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten und Systematisches Stillmonitoring. Die Kommunikation zur Stillförderung ist eine Querschnittsaufgabe, die mit direktem Bezug zu den Empfehlungen aus den sieben Strategiefeldern, unter Federführung des Netzwerks Gesund ins Leben, durchgeführt wird. In einem partizipativen Prozess mit mehr als 150 fachlich versierten, hochengagierten Akteurinnen und Akteuren (u.a. auch Mitglieder der Nationalen Stillkommission) wurden in den jeweiligen Strategiefeldern Ziele formuliert und Maßnahmen erarbeitet, um Deutschland stillfreundlicher zu machen. Der Vortrag gibt eine Übersicht über die Strategiefelder und die Entwicklung der Nationalen Strategie zur Stillförderung sowie einen Ausblick auf die Umsetzungsphase.

Simone M. Hock

Pflegewissenschaftlerin BSc, MSc APN

Unter der Federführung des Bundesverbands „Das frühgeborene Kind“ e.V. wurde im Herbst 2020 eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe gebildet, die sich zum Ziel gesetzt hat, Leitsätze zur Ernährung von zu früh geborenen Kindern zu erarbeiten. Da die Ernährung eines Frühgeborenen sehr komplex ist und von vielen individuellen Faktoren abhängt, sind diese neuen Leitsätze als eine allgemeine Handlungsempfehlung für die Praxis zu sehen. Im Vortrag wird der aktuelle Stand der Erstellung vorgestellt.

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Simone M. Hock

Pflegewissenschaftlerin BSc, MSc APN

Heute überleben Frühgeborene an der Grenze der derzeit definierten biologischen Lebensfähigkeit und werden auf neonatologischen Intensivstationen pflegerisch und medizinisch versorgt. Die Versorgung dieser extrem vulnerablen Patientengruppe stellt die Behandlungsteams vor multiple Herausforderungen. Die adäquate Schmerzerfassung in der Zeit der wochenlangen intensivmedizinischen und intensivpflegerischen Behandlung ist eine davon. Die Diskussion der Forschungsgemeinschaft über die zum Einsatz kommenden Schmerzerfassungsinstrumente für extrem unreifen Frühgeborene wird dargestellt. Anzeichen für Stress oder Schmerz sind bei dieser Patientengruppe nur schwer voneinander zu unterscheiden. Somit impliziert das sichere Erkennen von Schmerz Zeichen die Notwendigkeit einer hohen pflegefachlichen Expertise. Schmerzerfassungsinstrumente bedürfen deshalb einer guten Implementierung in neonatologischen Behandlungsteams.

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Rosemarie Vollhüter

IBCLC, EFNB, Case Managerin

Die Hauptaufgabe des Case Managers ist die Vernetzung, Koordination, Delegation und auch zeitgleich das Monitoring, das Beobachten und Kontrollieren, um die Betreuung und die Umsetzung des Hilfeplans zu gewährleisten.

Zu den weiteren Aufgaben eines Case Managers gehören die Informations­vermittlung zwischen Therapeuten, Ärzten, Einrichtungen und Familie.

Die Patientenfamilie benötigt zur Bewältigung der Selbstversorgung und der Anforderungen, die die Krankheit an sie stellt, Anleitung und Hilfe beim Aufbau von Kompetenzen. Hierzu zählen Aufklärung, Anleitung und Beratung. Um den Erfolg der Betreuung und Begleitung, also die optimale Krankheitsbewältigung, zu erzielen, muss ein Verständnis der Krankheitszusammenhänge und der Behandlungsanforderungen geschaffen werden.

Durch individuelle Anleitung, die schon vor der Entlassung stattfindet, baut die Familie Kompetenzen in der Krankheitsbewältigung, Pflege und Umgang mit dem Frühgeborenen oder kranken Kind auf. Dadurch wird die Selbständigkeit, die Eigenverantwortung und die Möglichkeit, die auftretenden Probleme im Alltag selbst zu lösen, gefördert. Durch eine gute Beratung wird Angst abgebaut und die Eigenverantwortung optimiert.

Motivationsförderung und Gespräche fördern den Prozess des Gesundwerdens. Gespräche und der Aufbau von eigenen Kompetenzen fördern die Stärkung des Vertrauens in sich selbst.

Die Evaluation der eigenen vorhandenen Ressourcen und des Hilfebedarfs der Familie benötigt Feingefühl des Case Managers um die Familie wohldosiert zu begleiten und zu betreuen, um weder eine Überversorgung oder auch zu wenig Unterstützung in der Familie zu installieren.

Der emotionale Zustand der Familie verbessert sich durch Gespräche zur psychosozialen Entlastung.

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Rosemarie Vollhüter

IBCLC, EFNB, Case Managerin

Wenn ein Kind zu früh oder krank geboren wird, ist dies ein großer Einschnitt in das Leben der jungen Familie. Die Sorge um das Kind bestimmt den Alltag der Eltern.

„Und was ist, wenn das Baby zu Hause ist? Wie kann ich Hilfe und finanzielle Unterstützung bekommen? Wie bekomme ich einen Pflegegrad für mein Baby? Welche Ansprüche kann ich geltend machen, wenn mein Kind einen Pflegegrad bekommt?

Der Alltag ist schwer zu meistern, sehr viele Termine in Ambulanzen, Fahrten zu Therapien stehen an, somit führt es für die Eltern, zusätzlich zu den anderen Sorgen, zu finanziellen Belastungen. Diese können etwas gelindert werden durch einen Pflegegrad des Kindes, dieser bringt Entlastung durch das monatliche Pflegegeld, Pflegepauschale, zusätzliche Betreuungsleistungen, Anspruch auf Verhinderungspflege und Betragszahlungen in die Rentenversicherung durch die Pflegekasse.

Außerdem kann es hilfreich sein evtl einen Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen, dieser erleichtert auch die finanzielle Situation der Familie.

Welche sonstigen Hilfen können in Anspruch genommen werden – Unterstützung im Haushalt? Entlastung der Eltern? An wen kann sich die Familie wenden?

Dieser Vortrag gibt einen kurzen Überblick über den Ablauf der Beantragung von Schwerbehindertenausweis, des Pflegegrades bis hin zur Begutachtung durch den MDK für ein Kind bis zum Alter von 18 Monaten.

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Dr. med. Matthias Jahn

IBCLC

Innerhalb des ersten Lebensjahres haben 50-70% und bis zum Ende des zweiten Lebensjahres nahezu alle Kinder mindestens eine Infektion mit dem Respiratory Sincytial Virus (RSV) durchgemacht.

Während Neugeborene und junge Säuglinge in den ersten Lebenswochen durch maternale Antikörper vor dem Virus geschützt sein können, sind Frühgeborene u.a. durch eine geringere Versorgung mit diesen Antikörpern gefährdeter, in diesem Zeitraum schwer an einer RSV-Infektionen zu erkranken.

Für die sogenannten späten Frühgeborenen kann diese Gefährdung unterschätzt werden.

Wie wir auch aus anderen Bereichen wissen, unterscheiden sich die immunologischen, physiologischen und anatomischen Voraussetzungen dieser Kinder nicht unerheblich von Kindern, die zum Termin geboren werden.

Es sind eben keine Reifgeborenen, die etwas zu früh gekommen sind…

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Petra Schwaiger

MSc, IBCLC

Die positiven Auswirkungen des Stillens auf die Gesundheit des Kindes und der Mutter, sowie für Gesellschaft und Umwelt sind gut belegt (Victora et al., 2016). Dennoch stillen viele Frauen nicht so lange wie es empfohlen wird. Stillprobleme scheinen dabei eine wichtige Ursache zu sein.

Dieser Vortrag befasst sich mit den Ergebnissen der quantitativen Analyse der Daten von 1034 stillenden Mutter-Kind-Dyaden mit Stillproblemen, die zwischen Jan. 2016 – und Okt. 2020 die Praxis der Referentin besucht haben. Die Daten wurden im Rahmen einer Masterarbeit analysiert. Die Studie befasst sich mit den zentralen Fragen welches die häufigsten Stillprobleme sind, wann diese auftreten und welche Faktoren die Stillprobleme bedingen. Zur Dokumentation und elektronischen Erfassung der Daten wurde ein eigenes Dokumentationssystem LACTACON mit eigenen differenzierteren Items zur Erfassung der Stillprobleme entwickelt. Dies ist die erste Studie im deutschsprachigen Raum, die die Arbeit einer Still- und Laktationsberaterin IBCLC und die Art der Stillprobleme, mit denen Frauen in die Praxis einer IBCLC kommen, so intensiv und differenziert beleuchtet.

Die Daten zeigen zum Beispiel, Schmerzen beim Anlegen (43%), Hypogalaktie (41%) und wunde Mamillen (35%) als die häufigsten Stillprobleme. Der Zeitraum der U2 und U3 zeigt sich als besonders vulnerable Phase, die Prävalenz von Stillproblemen ist hier am höchsten.

Im Rahmen des Vortrags werden weitere Ergebnisse der Masterarbeit und die Implikationen für die Praxis vorgestellt.

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